Der grüne Tisch und die Praxis
.Der
Bisher 19 Tote und 340 Verletzte
bei der Loveparade in Duisburg!
Eigentlich hätte der Sicherheitsplan funktionieren müssen… nach Aussage des
“Panik”- Professors Michael Schreckenberg, dem Ersteller des Gutachtens über
die Unbedenklichkeit des abgegrenzten Geländes, dass in Duisburg einer riesigen
Menschenmenge zum Feiern bereitgestellt wurde.
Der Prüfung des abgeteilten Raumes ( eines ehemaligen Bahnhofsgeländes),
der zur Verfügung stand, lagen u.a. folgende Annahmen zugrunde:
1. Mehr als eine Million Teilnehmer seien nicht zu erwarten.
2. Auch diese sollten bitteschön Platz finden auf einem Areal, dass an sich nur
für max. 300 000 Personen eingeschätzt wurde…
3. Wenn Menschenmassen (inzwischen belief sich sich die Anzahl der Besucher
der Love-Parade laut Organisatoren auf geschätzte ca 1, 4 Millionen Personen -
(na, ja, schlappe 400 000 mehr, als erwartet, was macht das schon aus, bei der
Gesamtmenge…) durch einen Trichter (Tunnel) gepresst werden, haben sich
gefälligst alle nach dem physikalischen Vorbild des granularen Strömungs-
prozesses zu verhalten… (Sozusagen wie Sandkörnchen in einer Eieruhr.)
Auf Deutsch: Zwei Ströme von Menschen in Feierlaune trafen von rechts
und links aufeinander, sollten durch einen Tunnel und über eine anschliessende
Rampe gesittet und brav (wohl mittels Reissverschluss-System?) auf das eigent-
liche (begrenzte) Festgelände geleitet werden.
Dass es einigen zu eng wurde, die dann , da kein Notausgang oder Ausweich-
platz vorhanden war, über eine baufällige Treppe am Rand der Rampe und über
Absperrzäune einen freieren Weg auf das Bahnhofsgelände suchten oder manche
sogar zurück wollten, weil sie das Gedränge nicht mehr aushielten…
Dass in Ohnmacht Gefallene auf besagte Treppe hinaufgereicht wurden,
um nicht unten totgetreten zu werden – und dann auch noch einige aus der
Enge Flüchtende diese Treppe kopfunter wieder hinunterstürzten, zum Schrecken
der Menschen, die sie unten wieder auffangen mussten – selbst kaum sicher auf den
Beinen, da es von allen Seiten schob und drückte – solche (unüblichen?)
Verhaltensweisen von Menschen waren im Sicherheitsplan nicht vorgesehen…
Auch dann nicht, wenn die ersten bewusstlos in der Masse zusammenbrechen
und unbeabsichtigt über sie hinweggelaufen wird, bis sie ihr Leben aushauchen…
Professor Michael Schreckenberg, laut Wikipedia seines Zeichens Professor für
Physik von Transport und Verkehr an der Uni Duisburg- Essen, bekundete im TV
in einem Interview nach dem Unglück : besagte Treppe hätte begehungsunfähig
gemacht werden müssen, notfalls durch Sprengung…
Es hätte also niemand diese Ausweichmöglichkeit in Betracht ziehen dürfen?
Schuldzuweisungen gehen an die jungen Menschen, die ja egoistisch allesamt
unter Drogen- und Alkohol-Einfluss nur darauf erpicht gewesen wären, als
erste auf das eigentliche Gelände zum Feiern zu gelangen.
Dieses Mal waren es wohl eher die Vernünftigen, die Ängstlichen, die versuchten,
dem äusserst gefährlichen Gedrängel über nicht wirklich vorhandene Fluchtwege
zu entkommen.
Schon vor der Love-Parade 2010 äusserten diverse Blogger, darunter auch ein
Feuerwehr-Mann, Bedenken, nach denen das Nadelöhr am Eingangsbereich des
Partygeländes als “Falle” bezeichnet wurde.
Wissenschaftliche Statistiken und Berechnungen erhielten aber wieder einmal
den Vorrang gegenüber dem gesunden Menschenverstand.
Schliesslich spült solch eine Riesen-Party ja gutes Geld in diverse Kassen…
Nun liegt es in den Händen der Staatsanwaltschaft, wem welche Schuld zuge-
wiesen werden muss. Die Opfer haben sich auf genügend geprüfte Sicherheits-
massnahmen verlassen.
Erst einmal im Engpass gefangen und den Überblick über die wahre Situation
gewonnen, war es für bisher 19 Menschen zu spät, einzusehen, dass Panik bei
lebenden Individuen nicht wirklich vorab berechenbar ist.
Wir drücken den Opfern und Ihren Angehörigen
unser Beileid und unsere Anteilnahme aus.














