Warum der Sommer glücklich macht…
Der Holunder steht in voller Blüte.
Frau überprüft den Vorrat Ihrer seit Monaten gesammelten Gläser, trägt sie
vom Dachboden heran und stellt fest, dass nicht mehr genug vorhanden sind.
Umgehend beginnt sie, ihre Bekannten und Familienangehörigen abzutelefonieren
zwecks Vereinbarung eines Treffens, an dem sie die aufgehobenen leeren Gläschen,
Verpackung ihrer kulinarischen Weihnachtsmitbringsel vom letzten Jahr, wieder
einsammelt.
Ein Besuch im Supermarkt endet mit einem halben Einkaufswägelchen voller
Gelierzucker-Pakete ( 10 Kilogramm) und fünf Obst-Körben mit Erdbeeren (5 Kg),
die noch vom Parkplatz (eine Strasse weiter) und dann in’s dritte Stockwerk hoch-
transportiert werden wollen…
Am nächsten Morgen beginnt unsere fleissige Hausfrau, Gläser mit kochenden
Wasser abzuspülen (erste Verbrühungen an den Händen) und die Beeren zu zerteilen
(zwei, drei kleine Schnittwunden an den Fingern), der große Topf wird aus dem Keller
geholt und los geht es.

Bald blubbert eine leckere, rote, süsse Masse im Kochtopf, die sich mitunter lustig
in Form von klebrigen Spritzern auf Herd, Küchenwandkacheln und Fussboden
verteilt…
Wenn die Gläserparade im Regal steht, gefüllt mit der herrlich frischen Erdbeer-
konfitüre, versehen mit hübschen, mühsam am Computer selbstgefertigten Eti-
ketten (mit Erdbeer-Aufdruck) und kleinen, sorgsam aus Papier-Servietten aus-
geschnittenen Häubchen, die die Frau liebevoll mit Schleifen aus Bast-Bändern
an den Deckelchen befestigt hat
- beginnt sie mit der Restaurierung der Küche…
Am nächsten Tag begegnet man der fleissigen Marmeladen-Köchin am nahegele-
genen See, ausgestattet mit einem Weiden-Körbchen, einer Gärtnerschere und
einem Holzschemelchen – denn die schönsten Blütendolden des Holunders findet
man ja bekanntlich ganz weit oben… einmal in die Brennnesseln fallen soll auch
gut gegen rheumatische Beschwerden sein…
Wieder zuhaus beginnt die Prozedur von vorn…
…inklusive der anschliessenden Grundreinigung der Kochzeile.
Bald darauf radelt die Hobby-Marmeladen-Produzentin mit seltsam starren
Blick und merklich erweiterten Pupillen (erste Anzeichen von Sucht-Gefahr)
zügig in Richtung Kleingartenkolonie – zu guten Freunden, die mehrere stolze
Obstbäume ihr eigen nennen:
Stunden später entsteint unsere Konfitüren-Herstellerin mit zitternden Händen
und leicht irrem Blick ungefähr drei Kilogramm praller, tiefroter Kirschen.
Die Kerne hüpfen teils munter durch die Küche – kleine, klebrig-rote Fleckchen
hinterlassend.
Der große Topf tritt abermals in Aktion – wieder wandern einige nett zurecht-
gemachte Gläser mit appetitlichem Inhalt ins Kellerregal und die Hausfrau in
Richtung Schrank , in dem die Putzmittel untergebracht sind.

Am Abend des dritten Tages fällt sie nun erschöpft, aber zufrieden in ihr
Bett und träumt bald von Bergen herrlicher Pfirsiche und Aprikosen,
Pflaumen und Äpfel…
Und damit auch sie glücklich sein können und immer ein Mitbringsel parat haben,
dass garantiert ankommt, hier noch ein feines Rezept:
Holunderblüten-Gelee
Sie brauchen:
10 bis 20 Dolden Holunderblüten (je nach Größe)
Ein Päckchen Gelierzucker 3:1
1 Liter Apfelsaft
eine unbehandelte Zitrone
Einen verschliessbaren Zwei-Liter-Behälter
Den Apfelsaft in den Behälter geben und die abgespülten Blütendolden sowie
die gewaschene und in Scheiben geschnittene Zitrone hinzufügen, sodass sie
gut vom Saft bedeckt werden.
Über Nacht im verschlossenen Gefäss ziehen lassen.
Am nächsten Tag alles durch ein Teesieb oder ein Mulltuch abseihen
und nach Anleitung auf der Gelierzucker-Packung das Gelee kochen.

In heiss ausgespülte Gläser abfüllen, diese sofort verschliessen
und: selbst geniessen oder verschenken…
Viel Spass wünschen die taffen Frauen vom








